Bizonale Siedlung Ffm      

 

 Mietergenossenschaft !?

 

Beispielbeitrag zur:

Genossenschaftsgründung und deren Verhinderung durch die "Politik" der Gewinnmaximierung.

 

Dem seit 1996 geführten Kampf um eine Genossenschaftslösung für die Bizonale Siedlung in Frankfurt-Griesheim wurde jetzt ein jähes und unerwartetes Ende gesetzt. Noch im Jahr 2002 war es der Arbeitsgemeinschaft Mietervereine Bizonale Siedlung nach langen und teilweise schwierigen Verhandlungen gelungen, die Stadt Frankfurt als Partner zu gewinnen.Sie war bereit, die Genossenschaftsinitiative mit bis zu 10 Mio. Euro in ihren Bestrebungen zur Übernahme der Wohnungen und kleinen Reihenhäuser zu unterstützen. Der Betrag sollte aus dem Verkaufserlös der städtischen Anteile an der Frankfurter Siedlungsgesellschaft (FSG) entnommen werden.

Die "Bizonale Siedlung" hatte zur FSG gehört. Nach dem Bund, dem Land Hessen hatte zuletzt auch die Stadt Frankfurt ihre Anteile an den Wohnungs- und Energiekonzern Viterra veräußert. Die Kröte, die die BewohnerInnen bei dieser Verhandlungslösung hätten schlucken müssen, bestand darin, dass nicht die ganze Siedlung in die Genossenschaft überführt worden wäre. Es hätte eine Beschränkung auf Teile der Siedlung (374 Wohnungen) gegeben, wo die Stadt Erbbaurechte besitzt. Leider hatte die Genossenschaftsinitiative die Stadt nicht dazu bewegen können, den Verkauf an Viterra an Bedingungen zu knüpfen, die eine Übernahme der Wohnungen in diesem Bereich gesichert hätten. Das führte jetzt zum Scheitern des gesamten Projekts. Die Mietervereine der Siedlung hatten kürzlich nochmals ein Kaufpreisangebot unterbreitet, das den kommunalen Anteil berücksichtigte und sich im Bereich der Preisvorstellungen bewegte, die Viterra in 2002 noch geäußert hatte. Am 20.3.2003 wurde der Genossenschaftsinitiative dann durch die Geschäftsführung der Viterra eröffnet, dass ein Verkauf der Reihenhäuser im Erbbaubereich der Siedlung absolut ausgeschlossen sei, da sie Bestandteil des Mieterprivatisierungsprogramm seien.

Zur Disposition stünde nur noch die Übernahme der Mehrfamilienhäuser. Diese Häuser stehen mittlerweile aufgrund der Umbaumaßnahmen der Eigentümer zum Teil leer. Die Mieten sind bereits sehr hoch. Außerdem ist die Altersstruktur der BewohnerInnen "ungünstig" und die Mitgliederdichte (potentielle GenossenschaftlerInnen) hier zu gering. Die Voraussetzungen für die Gründung einer Genossenschaftsinitiative waren nicht mehr gegeben, so dass sich der Vorstand der Mietervereine jetzt gezwungen sah, auf einer Mieterversammlung das Scheitern des Projekts zu erklären. In einem letzten bitteren Fazit nach 8-jährigem Kampf heißt es: Zum 2. Mal scheiterte in Frankfurt ein wohnungs- und sozialpolitisch wegweisendes Projekt nicht am Engagement oder den Möglichkeiten der BürgerInnen, sondern an den Förderern der Profitmaximierung.

Die Verantwortung für die Entwicklung trägt eine Politik, die den Begriff soziale Verantwortung aus dem Vokabular gestrichen hat und Frankfurt offenbar zu einer Stadt der Besserverdienenden ausbauen will.

Fortsetzung in Arbeit!

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Zum Thema Genossenschaft:

Link zu: Genossenschaften

und Privatisierung von Wohnraum








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